Mindestlohn

Gesetzlicher Mindestlohn für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 01. Januar 2018

Zum 01. Januar 2015 trat für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aller Branchen deutschlandweit ein gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro brutto pro Zeitstunde in Kraft. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2017 8,84 EURO brutto je Zeitstunde. Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgesetzt. Die nächste Änderung wird sich daher ab dem 01.01.2019 ergeben. Als Arbeitgeber sind Sie grundsätzlich verpflichtet, Ihren Arbeitnehmern diesen Mindestlohn zu zahlen.

Welche Mindestlohn-Ausnahmen gelten noch in 2018?

Der gesetzliche Mindestlohn gilt weiterhin NICHT für:

  • Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung,
  • Auszubildende – unabhängig von ihrem Alter – im Rahmen der Berufsausbildung,
  • Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monate ihrer Beschäftigung nach Beendigung der Arbeitslosigkeit,
  • Praktikanten, wenn das Praktikum verpflichtend im Rahmen einer schulischen oder hochschulischen Ausbildung stattfindet,
  • Praktikanten, wenn das Praktikum freiwillig bis zu einer Dauer von drei Monaten zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder Aufnahme eines Studiums dient,
  • Jugendliche, die an einer Einstiegsqualifizierung als Vorbereitung zu einer Berufsausbildung oder an einer anderen Berufsbildungsvorbereitung nach dem Berufsbildungsgesetz teilnehmen,
  • ehrenamtlich Tätige.

Daneben galt für Tarifverträge, die Löhne unter dem gesetzlichen Mindestlohn vorsehen, eine Übergangsfrist. Diese Frist ist inzwischen ausgelaufen. In keiner Branche darf 2018 (abgesehen von den oben genannten Personengruppen) weniger gezahlt werden als es der gesetzliche Mindestlohn vorsieht.

Ab dem 01. Januar 2018 gibt es keine Ausnahmen mehr, alle Beschäftigten müssen dann mindestens den erhöhten Mindestlohn von 8,84 Euro erhalten.

Sollten Sie Saisonarbeiter beschäftigen gelten hierfür noch Sonderregelungen, die zu berücksichtigen sind.

Beachten Sie die Änderungen, die sich dadurch bei der Beschäftigung von Minijobbern ergeben. Denn arbeiten diese bei jährlicher Betrachtung regelmäßig ab dem 01.01.2017 mehr als 50,09 Stunden pro Monat, würde das einen Monatslohn über 450,00 Euro ergeben und die Beschäftigung wäre dann sozialversicherungspflichtig. Ich empfehle Ihnen, die bestehenden Arbeitsverträge hinsichtlich der Arbeitszeit und des monatlichen Entgelts sowie Sonderzuwendungen bis zum 01. Januar 2017 erneut zu prüfen.

Die Aufzeichnungspflicht gilt wie bisher: Ab dem 01. Januar 2015 müssen für Minijobber, kurzfristig Beschäftigte sowie Arbeitnehmer in den Branchen, die zur Sofortmeldung bei Beschäftigungsbeginn verpflichtet sind (§ 2a des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes), Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufgezeichnet und für mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden. Gehören Sie einer dieser Branchen an, müssen Sie die Arbeitszeit für alle Arbeitnehmer aufzeichnen, also auch diejenigen mit festem Entgelt und/oder vereinbarter fester Arbeitszeit. Diese Aufzeichnungen müssen spätestens bis zum Ablauf des siebten  auf den Tag der Arbeitsleistung folgenden Kalendertages erfolgen.

Die Vorlage zur Arbeitszeitdokumentation ist für Sie auf dieser Seite als Download bereitgestellt.

Sorgfalt ist auch geboten, wenn Sie ein anderes Unternehmen mit Dienst- oder Werksleistungen beauftragen. Denn Sie stehen in der Haftung, wenn dieses seinen Arbeitnehmern keinen gesetzlichen Mindestlohn zahlt. Ich empfehle Ihnen deshalb, sich von allen Subunternehmern und allen Auftragnehmern eine schriftliche Bestätigung geben zu lassen, dass diese den Mindestlohn bezahlen.

Bitte beachten Sie diese Vorgaben, da die Einhaltung des Mindestlohns von der Zollverwaltung kontrolliert wird und Verstöße mit hohen Geldbußen geahndet werden können. Unternehmen, die gegen das Mindestlohngesetz verstoßen, können zudem von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden.

Selbstverständlich können Sie sich auf mein Team und mich verlassen. Wir legen bei Ihrer Lohnabrechnung großen Wert auf höchste Qualitätsstandards und unterstützen Sie bei der Umsetzung der gesetzlichen Änderungen. Bei Fragen zum Thema Mindestlohn berate ich Sie gerne. Sprechen Sie mich an.

Mindestlohn

Downloads

  Vorlage zur Arbeitszeitdokumentation beim Mindestlohn (xls)

  FAQs des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (pdf)

  FAQs der Deutschen Rentenversicherung (pdf)

Um die zum Download angebotenen PDF-Dateien zu öffnen, benötigen Sie das Zusatzprogramm Adobe Acrobat Reader, welches Sie im Internet kostenfrei herunterladen können.
Die aktuelle Version des Acrobat Reader finden Sie hier.

KONTAKT
Rüdiger Kuhn
Wirtschafts- und Steuerberatung

Kaiserswerther Str. 45, 40477 Düsseldorf-Pempelfort

02 11 / 49 76 49 – 76

info@kuhn-steuerberatung.de